Interaktion Details
- Neue Muskelzuckungen, starkes Zittern oder ausgeprägte Muskelsteife.
- Fieber oder Überhitzung, starkes Schwitzen und Herzrasen.
- Deutliche Unruhe, Verwirrtheit oder rasch verändertes Verhalten.
- Krampfanfall, Kollaps, fehlende Ansprechbarkeit oder Atemprobleme.
- Bereits kombiniert, aber noch ohne Warnzeichen: sofort den Giftnotruf kontaktieren. Wirkstoffe, Mengen, Einnahmezeiten und weitere Medikamente nennen; Verpackungen bereithalten. Bei den genannten Notfallzeichen direkt 112.
- Bis zur sofortigen medizinischen Rücksprache keine weitere Dosis der beteiligten Mittel einnehmen und keine zusätzlichen Substanzen zur Selbstbehandlung nehmen.
- Bei der Person bleiben und Atmung sowie Ansprechbarkeit beobachten. Bewusstlos, aber normal atmend: stabile Seitenlage. Nicht ansprechbar und keine normale Atmung: sofort 112, Wiederbelebung mit Herzdruckmassage beginnen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
- Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten und nichts in den Mund stecken. Anschließend die Atmung prüfen. Kein Erbrechen auslösen; Bewusstlosen nichts zu trinken geben.
Die deutsche Tramadol-Fachinformation nennt MAO-Hemmer ausdrücklich als Gegenanzeige und warnt vor potenziell lebensbedrohlichem Serotoninsyndrom. Krampfanfälle sind auch bei empfohlenen Tramadoldosen beschrieben. []
Auch die Moclobemid-Fachinformation untersagt die Kombination mit Tramadol. MAO-A-Hemmung vermindert den Serotoninabbau. Art, Selektivität und Dauer der Hemmung unterscheiden sich zwischen MAO-Hemmern; daraus ergibt sich keine pauschale Ausnahme für selektive Präparate. [,]
Die geprüfte Tramadol-Fachinformation verbietet die Anwendung während und innerhalb von 14 Tagen nach einer MAO-Hemmer-Behandlung. Diese Angabe betrifft die Richtung MAOI vor Tramadol. Sie ist kein allgemeiner Wechselplan und keine Zusage, dass jede Umstellung nach 14 Tagen sicher ist. Maßgeblich sind beide Präparate und die ärztlich geplante Umstellung. []
Evidenz-Einordnung: gesichert für die klinisch relevante Wechselwirkung und Gegenanzeige, als redaktionelle Bewertung. Die in der Tramadol-Fachinformation angeführten lebensbedrohlichen Atem- und Kreislaufreaktionen wurden mit Pethidin beobachtet und auf Tramadol übertragen. Sie sind keine direkte Tramadol-Fallserie. Eine verlässliche Risikohäufigkeit oder sichere Kombinationsdosis lässt sich daraus nicht ableiten. []
- [1] Tramadol-ratiopharm 100 mg/ml Tropfen, Fachinformation. ratiopharm, Deutschland; Juni 2024. ratiopharm.de/assets/products/de/label/Tramadol-ratiopharm%20100%20mgml%20Tropfen%20-%207.pdf?pzn=6181103
- [2] Aurorix 300 mg Filmtabletten, Fachinformation. BASG-Arzneispezialitätenregister, Österreich; Januar 2024. medikamente.basg.gv.at/documents/1-21026__DOTC_FACH_INFO.pdf
- [3] Tranylcypromin Aristo, Fachinformation. BASG-Arzneispezialitätenregister, Österreich; Dezember 2025. medikamente.basg.gv.at/documents/135394__DOTC_FACH_INFO.pdf
- [4] Was tun bei Vergiftungen?. Giftnotruf der Charité, Universitätsmedizin Berlin; Abruf 18.09.2026. giftnotruf.charite.de/fuer_patienten/
- [5] How to do CPR. St John Ambulance; Klinisch geprüft 28.04.2025. sja.org.uk/first-aid-advice/cpr/
- [6] Stabile Seitenlage. Deutsches Rotes Kreuz; Abruf 18.09.2026. drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/stabile-seitenlage/
- [7] Was tun, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat?. IQWiG, Gesundheitsinformation.de; 05.04.2023. gesundheitsinformation.de/was-tun-wenn-jemand-einen-epileptischen-anfall-hat.html
Legende
- Synergie / Potenzierung
- Niedriges Zusatzrisiko
- Reduzierte Effekte
- Vorsicht (mittleres Risiko)
- Hohes Risiko
- Gefährlich
- Unbekannt / unzureichend untersucht
- SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
- KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
- Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
- AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.