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Interaktion Details

MAOI + Opioids
Gefährlich
Evidenz: wahrscheinlich
Opioide und MAO-Hemmer nicht kombinieren. Die Hauptgefahr ist eine Serotonintoxizität (Serotoninsyndrom) mit serotonergen Opioiden wie Pethidin (Meperidin), Tramadol, Tapentadol, Methadon, Fentanyl und Dextromethorphan. Klassisch sind lebensbedrohliche und tödliche Reaktionen mit Pethidin und MAO-Hemmern. Dazu kommt bei allen Opioiden die Atemdämpfung. [,,]
Was passiert
MAO-Hemmer bremsen den Abbau von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. [] Einige Opioide hemmen zusätzlich die Wiederaufnahme von Serotonin, vor allem Pethidin, Tramadol, Methadon und Tapentadol. [,] Kommen beide Wirkwege zusammen, kann Serotonin im Gehirn gefährlich ansteigen, mit Fieber, Muskelzucken, Verwirrtheit und Kreislaufentgleisung. [,] Bei Fentanyl ist der Mechanismus unklar, Fälle von Serotonintoxizität sind aber berichtet. [] Unabhängig davon dämpfen alle Opioide die Atmung, auch wenn sie nicht serotonerg wirken. []
Für wen relevant
Betrifft Menschen, die einen MAO-Hemmer als Medikament nehmen oder vor Kurzem abgesetzt haben, und alle, die Steppenraute, Ayahuasca oder andere Harmala-Zubereitungen nutzen. [,] Auch das Antidepressivum Moclobemid ist ein MAO-Hemmer. [] Dextromethorphan aus Hustenmitteln gehört ebenfalls zu den serotonergen Stoffen. [] Vor jeder Schmerzbehandlung oder Operation auf den MAO-Hemmer hinweisen. Verordnete Medikamente nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlich besprechen.
Warnzeichen
  • Nicht oder kaum weckbar, langsame oder aussetzende Atmung, blaue Lippen. []
  • Muskelzuckungen, besonders in den Beinen, gesteigerte Reflexe oder Muskelsteife. []
  • Zittern, starkes Schwitzen, Fieber, Unruhe oder Verwirrtheit. [,]
  • Hohes Fieber zusammen mit Muskelsteife. [,]
  • Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit. []
Die Zeichen müssen nicht alle gemeinsam auftreten. Fieber mit Muskelzucken ist ein Notfall, nicht abwarten. Atemdämpfung wird leicht übersehen, wenn die Person scheinbar nur schläft.
Wenn es passiert
  • Bei einem der Warnzeichen sofort 112 rufen. Den genauen MAO-Hemmer und das genaue Opioid nennen, bei Pflanzen auch Steppenraute oder Ayahuasca. []
  • Nach bereits erfolgter Kombination mit Pethidin, Tramadol oder Methadon auch ohne Beschwerden den Giftnotruf anrufen. Nichts nachlegen, keine Selbstbehandlung mit weiteren Mitteln. []
  • Bei der Person bleiben, die Atmung regelmäßig prüfen und bei Fieber mit feuchten Tüchern kühlen. []
  • Bewusstlos, aber normale Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung: sofort Herzdruckmassage und den Anweisungen der Leitstelle folgen. [,]
  • Naloxon wirkt nur gegen die Opioid-Komponente, also gegen die Atemdämpfung, nicht gegen eine Serotonintoxizität. Wenn vorhanden bei Atemdämpfung geben und trotzdem 112 rufen.
  • Einen verordneten MAO-Hemmer nicht eigenständig absetzen. Den Konsum ärztlich oder in einer Drogenberatung offen besprechen. []

Hauptgefahren sind eine Serotonintoxizität mit Fieber, Muskelsteife, Krampfanfällen und Kreislaufversagen bei serotonergen Opioiden sowie Atemdämpfung bei allen Opioiden. [,,]

Nach Gillman sind Pethidin, Tramadol, Methadon, Dextromethorphan und Propoxyphen schwache Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und waren an Serotonintoxizitäten mit MAO-Hemmern beteiligt, einschließlich Todesfällen. Morphin, Codein, Oxycodon und Buprenorphin lösen nach dieser Übersicht diese Reaktion nicht aus. []

Eine Übersicht über 219 Arbeiten beschreibt Serotonintoxizität mit MAO-Hemmern plus Pethidin, Methadon und Tramadol und Todesfälle mit Pethidin sowie mit Tramadol in Überdosis. Opioide mit deutlicher Serotonin-Wiederaufnahmehemmung gelten als potenziell tödlich mit MAO-Hemmern. []

Fallberichte beschreiben schwere Reaktionen auf Pethidin unter MAO-Hemmern und ein mögliches Serotoninsyndrom mit Moclobemid und Pethidin. Eine deutsche Übersicht rät, MAO-Hemmer mit Tramadol unbedingt zu meiden. [,,]

Baldo nennt Tramadol, Tapentadol, Meperidin, Methadon, Oxycodon, Fentanyl und Dextromethorphan als Opioide mit berichteter Serotonintoxizität. Im Zellversuch hemmen Tramadol, Meperidin, Methadon, Tapentadol und Dextromethorphan den Serotonintransporter, Fentanyl und Morphin nicht. Die FDA verwies 2016 auf die Serotonintoxizität für die gesamte Opioidklasse. []

Nur als Fachinformation: Morphin und Buprenorphin gelten als geringeres serotonerges Risiko, die Atemdämpfung bleibt. Das ist keine Entwarnung und keine Empfehlung zur Kombination mit MAO-Hemmern. [,] Im Tierversuch lösten Tramadol und Pethidin, nicht aber Morphin, Serotoninsyndrom-ähnliches Verhalten aus. []

Evidenz-Einordnung: wahrscheinlich. Wiederholte Fallberichte mit Todesfällen und ein klarer Mechanismus für serotonerge Opioide, daher die Stufe gefährlich. Fachinformationen mit Gegenanzeigen konnten nicht im Original geöffnet werden.

Redaktionelle, KI-gestützte Recherche vom 03.10.2026. Studien über PubMed-Metadaten geprüft. Nicht im Original geöffnete Fachinformationen und Behördenberichte sind nicht als Beleg aufgeführt. Keine vollständige systematische Übersicht und keine menschliche fachliche Freigabe. Die Konfidenz beschreibt die Belastbarkeit der Einordnung, nicht eine individuelle Schadenswahrscheinlichkeit.

Quellen

Legende

Risikostufen
  • Synergie / Potenzierung
  • Niedriges Zusatzrisiko
  • Reduzierte Effekte
  • Vorsicht (mittleres Risiko)
  • Hohes Risiko
  • Gefährlich
  • Unbekannt / unzureichend untersucht
Marker
  • SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
  • KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
  • Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
  • AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.
Diese Inhalte dienen Informationszwecken. Individuelle Reaktionen können variieren. Kein Ersatz für medizinische Beratung.