Interaktion Details
- Muskelsteife, Zittern oder ruckartige Muskelzuckungen
- sehr hohe Körpertemperatur, starkes Schwitzen
- rasender Herzschlag, hoher Blutdruck
- starke Unruhe, Verwirrtheit, Angst
- Übelkeit, Durchfall
- ein Krampfanfall (Bewusstlosigkeit mit Zuckungen)
- Notruf 112, vor allem bei Muskelsteife, hoher Temperatur oder einem Krampfanfall
- an einen kühlen, ruhigen Ort, körperlich runterkühlen
- nichts nachlegen, kein weiteres Tramadol, keine weiteren Substanzen
- bei einem Krampfanfall: nichts in den Mund stecken, Verletzungen vermeiden, in die stabile Seitenlage, Notruf
- nicht allein bleiben
Tramadol ist ein atypisches Opioid: es wirkt schwach an Opioidrezeptoren und zugleich als Wiederaufnahmehemmer von Serotonin und Noradrenalin (SNRI-artig). Diese serotonerge Komponente ist der Grund, warum Tramadol als eines der wenigen Opioide ein Serotonin-Syndrom auslösen kann und die Krampfschwelle senkt. LSD ist ein Partialagonist an Serotoninrezeptoren, vor allem 5-HT2A.
In Kombination summiert sich die serotonerge Aktivität. Tramadol erhöht das verfügbare Serotonin, LSD stimuliert direkt Serotoninrezeptoren. Das erhöht das Risiko einer serotonergen Überaktivierung mit der klassischen Trias aus neuromuskulären Zeichen (Klonus, Rigidität, Tremor), vegetativer Entgleisung (Hyperthermie, Tachykardie, Schwitzen) und veränderter Bewusstseinslage. Unabhängig davon senkt Tramadol dosisabhängig die Krampfschwelle, was das Anfallsrisiko zusätzlich erhöht.
Tramadol ist ein Prodrug, das über Cytochrom-P450 (CYP2D6) verstoffwechselt wird. Genetische Unterschiede und CYP-hemmende Substanzen können den Spiegel unvorhersehbar verändern, was die Reaktion schwer kalkulierbar macht. Tramadol ist außerdem mit MAO-Hemmern kontraindiziert und sollte mit serotonergen Mitteln nur mit großer Vorsicht kombiniert werden.
Evidenz-Einordnung: Dass Tramadol ein Serotonin-Syndrom auslösen und die Krampfschwelle senken kann, ist klinisch gut belegt, ebenso die Gefahr in Kombination mit serotonergen Substanzen. Für die spezifische Kombination mit LSD gibt es wenig dokumentierte Einzelfälle, der Mechanismus macht das Risiko aber plausibel. Daher die Einordnung als wahrscheinlich und nicht als gesichert für genau dieses Paar.
- [1] American Journal of Medicine 2018: Tramadol, Risk of Serotonin Syndrome and Seizures
- [2] Medsafe New Zealand: Serious Reactions with Tramadol, Seizures and Serotonin Syndrome
- [3] PsychonautWiki: Tramadol (Kombinationshinweise, Krampfrisiko)
- [4] Übersichtsarbeiten zum Serotonin-Syndrom (Boyer und Shannon)
Legende
- Synergie / Potenzierung
- Niedriges Zusatzrisiko
- Reduzierte Effekte
- Vorsicht (mittleres Risiko)
- Hohes Risiko
- Gefährlich
- Unbekannt / unzureichend untersucht
- SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
- KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
- Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
- AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.