Interaktion Details
- Die Person wird sehr schläfrig, sackt weg oder lässt sich kaum beziehungsweise gar nicht wecken.
- Die Atmung wird auffällig langsam, flach oder unregelmäßig; es entstehen Atempausen.
- Erbrechen bei starker Benommenheit oder Bewusstlosigkeit.
- Krampfanfall, Kollaps oder rasch zunehmende Verwirrtheit.
- Bei auffälliger Atmung, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder Kollaps sofort 112 rufen. Nicht allein lassen. Dem Rettungsdienst bekannte Stoffe, Einnahmezeiten und Mengen nennen. []
- Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal: sofort Wiederbelebung beginnen, 112 auf Lautsprecher stellen und den Anweisungen folgen. Schnappatmung ist keine normale Atmung. AED nutzen, falls verfügbar. []
- Bewusstlos, aber normale Atmung: stabile Seitenlage; die Atmung fortlaufend kontrollieren. Bei fehlender normaler Atmung zur Wiederbelebung wechseln. [,]
- Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten und nichts in den Mund stecken. Danach Atmung prüfen. Kein Erbrechen auslösen und Bewusstlosen nichts einflößen. [,]
- Sind beide Stoffe bereits eingenommen, auch ohne Beschwerden sofort den Giftnotruf kontaktieren. Bei Warnzeichen gilt 112. Bis zur sofortigen medizinischen Rücksprache keine weitere Dosis der beteiligten Mittel einnehmen; keine zusätzlichen Substanzen zur Selbstbehandlung nehmen. []
Beleggrenze: Eine in der Xyrem-Fachinformation beschriebene Einmalgabe-Studie mit gesunden Erwachsenen zeigte unter den geprüften Bedingungen keine pharmakokinetische oder pharmakodynamische Interaktion mit Tramadol. Die Opioid-Kontraindikation bleibt bestehen. Daraus folgt keine Sicherheit für andere Mengen, wiederholte Einnahme, GBL oder Mischkonsum. []
Die Risikobewertung beruht auf der Fachinformation und der zu erwartenden additiven ZNS-Dämpfung. Die ausgewerteten Quellen liefern keine belastbare Häufigkeit schwerer Ereignisse speziell für Tramadol plus GHB/GBL. []
Tramadol kann auch bei bestimmungsgemäßer Einnahme Krampfanfälle auslösen. Das ist ein eigenes Tramadol-Risiko; eine zusätzliche, genau bezifferte Verstärkung durch GHB/GBL wird hier nicht behauptet. []
„Wahrscheinlich“ bezeichnet hier das aus den Arzneimittelwarnungen und Wirkungen abgeleitete Wechselwirkungsrisiko, kein standardisiertes Evidenzniveau. Die unmittelbaren Notfallhandlungen sind redaktionell aus den Warnungen und allgemeinen Erste-Hilfe-Empfehlungen abgeleitet. []
- [1] UCB Pharma: Xyrem 500 mg/ml, britische Fachinformation, Abschnitte 4.3–4.5 und 4.9; emc-Stand 11.11.2022. medicines.org.uk/emc/product/178/smpc
- [2] Tillomed: Tramadol Hydrochloride 50mg Capsules, Fachinformation, Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.9; emc-Stand 06.11.2025. medicines.org.uk/emc/product/11609/smpc
- [3] EMCDDA, heute EUDA: GHB and its precursor GBL: an emerging trend case study (2008), S. 4, 7–8, 17. euda.europa.eu/system/files/publications/505/TP_GHB_and_GBL_107300.pdf
- [4] Charité: Giftnotruf, Hinweise für Patientinnen und Patienten. giftnotruf.charite.de/fuer_patienten/
- [5] St John Ambulance: How to do CPR. sja.org.uk/first-aid-advice/cpr/
- [6] IQWiG: Wie funktioniert die stabile Seitenlage? gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-die-stabile-seitenlage_34308.html
- [7] IQWiG: Was tun, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat? gesundheitsinformation.de/was-tun-wenn-jemand-einen-epileptischen-anfall-hat.html
Legende
- Synergie / Potenzierung
- Niedriges Zusatzrisiko
- Reduzierte Effekte
- Vorsicht (mittleres Risiko)
- Hohes Risiko
- Gefährlich
- Unbekannt / unzureichend untersucht
- SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
- KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
- Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
- AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.