Interaktion Details
- plötzliches Wegkippen, nicht mehr aufweckbar
- sehr langsame, flache oder aussetzende Atmung
- Erbrechen im bewusstlosen Zustand, Erstickungsgefahr
- blaue oder graue Lippen, Fingerspitzen oder Gesicht
- stecknadelkleine Pupillen, schlaffer Körper
- langsamer Herzschlag, kalte Haut
- Notruf 112, sagen dass ein Opioid zusammen mit GHB oder GBL konsumiert wurde
- sofort stabile Seitenlage, damit Erbrochenes ablaufen kann
- Naloxon geben falls vorhanden, ersetzt aber nicht den Notruf, weil es gegen GHB nicht hilft
- Atmung dauernd beobachten, bei Atemstillstand beatmen wenn man es kann
- nicht allein lassen, nicht zum Ausschlafen allein hinlegen lassen
Opioide wirken atemdepressiv über mu-Opioidrezeptoren im Hirnstamm, GHB über GABA-B- und GHB-Rezeptoren mit ausgeprägter zentraler Dämpfung. An der Atemregulation sind sowohl opioiderge als auch GABAerge Bahnen beteiligt, weshalb die Kombination zweier Dämpfer mit unterschiedlichem Angriffspunkt die Atemdepression stärker auslöst als jede Substanz allein.
Zwei GHB-spezifische Faktoren verschärfen die Lage. Erstens die geringe therapeutische Breite: zwischen berauschender und gefährlicher Menge liegt nur ein kleiner Abstand. Zweitens der rasche Beginn von Koma und Erbrechen, in Verbindung mit der opioidbedingten Dämpfung der Schutzreflexe ein hohes Aspirationsrisiko. Die unterschiedliche Wirkdauer, GHB kurz, viele Opioide deutlich länger, kann zudem zu erneuter Atemdepression führen, wenn das GHB bereits abgeklungen ist.
Im Notfall ist zu beachten, dass Naloxon ausschließlich die Opioidkomponente antagonisiert. Für GHB existiert kein spezifisches Antidot, die Behandlung ist unterstützend, bei tiefem Koma kann eine Atemwegssicherung nötig werden. Stabile Seitenlage und durchgehende Überwachung sind zentral.
Evidenz-Einordnung: Dedizierte klinische Studien speziell zur Kombination Opioid plus GHB sind seltener als zu Opioid plus Benzodiazepin oder Alkohol. Der Mechanismus zweier additiv bis synergistisch wirkender Atemdämpfer und die klare Warnlage in der Schadensminderung sind jedoch eindeutig. Einordnung: gesichert.
- [1] Crew Scotland: GHB/GBL, Mischkonsum mit Opioiden extrem gefährlich
- [2] UNODC: Opioid overdose, GABA-Sedativa und Atemdepression
- [3] PMC: GHB Pharmacology and Toxicology (schmale Sicherheitsspanne, Koma, Erbrechen)
- [4] BJA Education: Opioid-induced respiratory depression (Grenzen von Naloxon)
Legende
- Synergie / Potenzierung
- Niedriges Zusatzrisiko
- Reduzierte Effekte
- Vorsicht (mittleres Risiko)
- Hohes Risiko
- Gefährlich
- Unbekannt / unzureichend untersucht
- SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
- KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
- Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
- AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.