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Interaktion Details

Cocaine + Opioids
Gefährlich
Evidenz: wahrscheinlich
Opioide und Kokain nicht kombinieren. Kokain schützt nicht vor einer Opioid-Überdosis. Wer beides zusammen injiziert (Speedball), hatte in Studien häufiger Überdosierungen, und in den USA ist ein großer Teil der Opioid-Todesfälle mit Stimulanzien verbunden. [,]
Was passiert
Opioide dämpfen den Atemantrieb, Kokain treibt Herz und Kreislauf an. Die anregende Wirkung von Kokain kann eine starke Opioidwirkung verdecken. Weil Kokain kürzer wirkt, kann die Atemdämpfung durch das Opioid danach voll durchschlagen. Gleichzeitig belastet Kokain das Herz. Die Kombination wird oft wiederholt nachgelegt. Im Straßenhandel sind Opioide wie Heroin zunehmend mit Fentanyl verunreinigt, das erhöht das Risiko zusätzlich. []
Für wen relevant
Betrifft Menschen, die Heroin oder andere Opioide mit Kokain oder Crack nehmen, ob injiziert, geraucht oder geschnupft. Auch wer Opioide als Schmerzmittel oder Substitution verordnet bekommt, ist betroffen. Verordnete Opioide nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlich besprechen.
Warnzeichen
  • Person ist nicht mehr weckbar oder reagiert kaum. []
  • Sehr langsame, flache oder aussetzende Atmung, Schnarchen oder Röcheln.
  • Blaue oder graue Lippen und Fingernägel.
  • Sehr enge Pupillen bei Benommenheit.
  • Brustschmerz, Herzrasen oder Krampfanfall.
Die Zeichen müssen nicht alle gemeinsam auftreten, eines reicht für den Notruf. Wenn die Kokainwirkung nachlässt, kann die Atmung noch nach einer scheinbar ruhigen Phase versagen.
Wenn es passiert
  • Bei Atemproblemen oder wenn die Person nicht weckbar ist, sofort 112 rufen. Alle Substanzen nennen. []
  • Wenn vorhanden, Naloxon geben und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Naloxon wirkt nur gegen den Opioid-Anteil, die Kokainwirkung bleibt. Naloxon kann nachlassen, bevor das Opioid abgebaut ist, deshalb trotzdem den Rettungsdienst rufen.
  • Keine normale Atmung: sofort Herzdruckmassage und, wenn geübt, Beatmung, den Anweisungen der Leitstelle folgen. []
  • Bewusstlos, aber normale Atmung: stabile Seitenlage und bei der Person bleiben, Atmung laufend kontrollieren. []
  • Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten, nichts in den Mund stecken. []
  • Nichts nachlegen. Auch wenn die Person nach Naloxon wieder wach wirkt, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei ihr bleiben. []

Hauptgefahren sind Atemdepression durch das Opioid, verdeckt und zeitlich verschoben durch Kokain, sowie Herzbelastung durch Kokain. [,]

In einer Befragung von 203 Menschen in einem Spritzentauschprogramm in Baltimore war Speedball-Injektion mit fast dreifacher Chance einer nicht tödlichen Überdosis im letzten Jahr verbunden (aOR 2,80). Auch bei jungen Menschen, die Drogen injizieren, in San Francisco waren Überdosierungen mit Speedballs assoziiert. [,]

2022 waren in den USA 53,6 Prozent der Todesfälle durch synthetische Opioide mit Stimulanzien verbunden. 2018 hatte die Kombination Kokain und Opioide die höchste Sterberate unter den Mischkonsum-Todesfällen. Diese Daten sind Totenschein-Statistiken und trennen nicht, welcher Stoff welchen Anteil hatte. [,]

Evidenz-Einordnung: wahrscheinlich. Konsistente epidemiologische Zusammenhänge mit Überdosis und Tod, aber Beobachtungsdaten mit Störfaktoren wie Fentanyl-Verunreinigung und Injektion.

Redaktionelle, KI-gestützte Recherche vom 03.10.2026. Studien über PubMed-Metadaten geprüft. Nicht im Original geöffnete Fachinformationen und Behördenberichte sind nicht als Beleg aufgeführt. Keine vollständige systematische Übersicht und keine menschliche fachliche Freigabe. Die Konfidenz beschreibt die Belastbarkeit der Einordnung, nicht eine individuelle Schadenswahrscheinlichkeit.

Quellen

Legende

Risikostufen
  • Synergie / Potenzierung
  • Niedriges Zusatzrisiko
  • Reduzierte Effekte
  • Vorsicht (mittleres Risiko)
  • Hohes Risiko
  • Gefährlich
  • Unbekannt / unzureichend untersucht
Marker
  • SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
  • KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
  • Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
  • AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.
Diese Inhalte dienen Informationszwecken. Individuelle Reaktionen können variieren. Kein Ersatz für medizinische Beratung.