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Interaktion Details

Amphetamines + SSRI
Hohes Risiko
Evidenz: wahrscheinlich
Die Kombination gilt als unsicher: SSRI und Amphetamin (Speed) nicht zusammen nehmen. Amphetamin wirkt vor allem über Dopamin und Noradrenalin, daher ist davon auszugehen, dass ein SSRI nicht davor schützt (Ableitung aus dem Mechanismus, keine Paarstudie). [,] Für SSRI zusammen mit verordneten Amphetamin-Präparaten sind mehrere Serotoninsyndrome beschrieben, einer davon mit Muskelzerfall. [,,]
Was passiert
SSRI sind verordnete Antidepressiva, die die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen. Allein lösen sie selten eine Serotonintoxizität aus, zusammen mit einer zweiten serotonergen Substanz steigt das Risiko. [,] Fluoxetin und Paroxetin hemmen zusätzlich das Abbauenzym CYP2D6, deshalb können Stoffe, die darüber abgebaut werden, stärker und länger wirken. [,] Amphetamin setzt vor allem Dopamin und Noradrenalin frei, in geringerem Maß auch Serotonin, und treibt Puls, Blutdruck und Körpertemperatur hoch. [,] Weil Amphetamin weniger auf den Serotonintransporter angewiesen ist als etwa MDMA, ist anzunehmen, dass der SSRI die Wirkung nicht wesentlich abschwächt und damit auch keinen Schutz bietet. Das ist eine Ableitung, keine Messung am Paar. Die beschriebenen Fälle zeigen, dass die Kombination trotzdem zu einer Serotonintoxizität führen kann; Fieber und Muskelsteife lassen sich dann schwer von einer reinen Stimulanzienvergiftung unterscheiden. [,] In Meldedaten treten Serotoninsyndrome unter SSRI meist bei Kombinationen mit weiteren Mitteln auf. []
Für wen relevant
Betrifft alle, die ein SSRI einnehmen oder vor Kurzem abgesetzt haben. Verordnete Antidepressiva nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlich besprechen. Fluoxetin wirkt nach dem Absetzen noch Wochen nach. [] Wer wegen ADHS ein Amphetamin-Präparat und zugleich ein SSRI verordnet bekommt, ist ärztlich überwacht; zusätzliches Speed vom Schwarzmarkt verändert diese Rechnung. Speed wirkt viele Stunden, die Belastung hält entsprechend an. []
Warnzeichen
  • Unwillkürliche Muskelzuckungen oder Zittern, besonders in den Beinen, oder zuckende Augenbewegungen. []
  • Muskelsteife zusammen mit Fieber über 38 Grad. [,]
  • Starkes Schwitzen, Herzrasen, schwankender Blutdruck. []
  • Verwirrtheit, starke Unruhe oder Angst, die nicht nachlässt. []
  • Durchfall, Übelkeit, weite Pupillen. []
  • Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit. []
  • Sehr hohe Körpertemperatur, heiße Haut, dunkler Urin oder kaum noch Urin. [,]
  • Brustschmerz, heftiger Kopfschmerz, Lähmung oder Sprachstörung. []
Die Zeichen müssen nicht alle gemeinsam auftreten. Muskelzucken oder Klonus zusammen mit Fieber ist das wichtigste Alarmsignal und reicht allein für den Notruf. Eine Serotonintoxizität kann sich innerhalb von Stunden verschlechtern. [,]
Wenn es passiert
  • Bei einem der Warnzeichen sofort 112 rufen. Alle eingenommenen Stoffe nennen, auch das verordnete Antidepressivum. Packungen und Reste bereithalten. []
  • Nichts nachlegen, auch nichts zum Runterkommen, und keine Selbstbehandlung mit weiteren Mitteln. Bei Unsicherheit den Giftnotruf anrufen und dessen Anweisungen folgen. []
  • Bei der Person bleiben, jede Anstrengung beenden, für eine ruhige und kühle Umgebung sorgen, enge Kleidung lockern, mit feuchten Tüchern kühlen. Einer benommenen Person nichts zu trinken geben. []
  • Bewusstlos, aber normale Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung: sofort Herzdruckmassage und den Anweisungen der Leitstelle folgen. [,]
  • Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten, nichts in den Mund stecken. []
  • Ein verordnetes Antidepressivum nicht eigenständig absetzen. Beim Verdacht auf eine Wechselwirkung ärztlich oder in der Apotheke klären lassen, bei Konsum zusätzlich eine Drogenberatung einbeziehen. []

Hauptgefahren sind Serotonintoxizität, Überhitzung, Muskelzerfall mit Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen und Schlaganfall. [,,]

Beschrieben sind ein schweres Serotoninsyndrom unter Paroxetin mit einem Amphetamin-Präparat, das zu Muskelzerfall und beidseitigem Kompartmentsyndrom führte, ein Serotoninsyndrom bei einem 14-Jährigen unter Fluoxetin und Lisdexamfetamin sowie ein schwer behandelbarer Fall unter Fluoxetin, einem Amphetamin-Präparat und weiteren serotonergen Medikamenten. [,,]

In der FDA-Meldedatenbank betrafen über die Hälfte der Serotoninsyndrom-Meldungen SSRI, überwiegend in Kombination mit anderen serotonergen Mitteln. Meldedaten zeigen Signale, keine Häufigkeiten, und sagen nichts Paarspezifisches zu Amphetamin. []

Eine systematische Übersicht fand ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Amphetamin-artigen Stimulanzien. []

Evidenz-Einordnung: wahrscheinlich. Mehrere Humanfälle mit verordneten Amphetaminen, Meldedatensignale für SSRI-Kombinationen und ein Mechanismus, der keinen Schutz durch die SERT-Blockade erwarten lässt; Daten zu Speed vom Schwarzmarkt mit SSRI fehlen. Die Einstufung als unsicher stützt sich auf die Fälle und die Stimulanzienbelastung, nicht auf eine Paarstudie.

Redaktionelle, KI-gestützte Recherche vom 03.10.2026. Studien über PubMed-Metadaten geprüft. Nicht im Original geöffnete Fachinformationen und Behördenberichte sind nicht als Beleg aufgeführt. Keine vollständige systematische Übersicht und keine menschliche fachliche Freigabe. Die Konfidenz beschreibt die Belastbarkeit der Einordnung, nicht eine individuelle Schadenswahrscheinlichkeit.

Quellen

Legende

Risikostufen
  • Synergie / Potenzierung
  • Niedriges Zusatzrisiko
  • Reduzierte Effekte
  • Vorsicht (mittleres Risiko)
  • Hohes Risiko
  • Gefährlich
  • Unbekannt / unzureichend untersucht
Marker
  • SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
  • KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
  • Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
  • AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.
Diese Inhalte dienen Informationszwecken. Individuelle Reaktionen können variieren. Kein Ersatz für medizinische Beratung.