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Interaktion Details

Amphetamines + MAOI
GefährlichSerotonerg + Kardio
Evidenz: gesichert
Nicht kombinieren. MAO-Hemmer zusammen mit Amphetaminen können eine lebensbedrohliche Blutdruckkrise und schwere Überhitzung auslösen. Auch ein Serotoninsyndrom ist möglich. Die Warnung gilt ebenso für amphetaminbasierte ADHS-Medikamente. [] []
Was passiert
Amphetamine erhöhen die Verfügbarkeit anregender Botenstoffe, besonders Noradrenalin und Dopamin. MAO-Hemmer bremsen deren Abbau. Zusammen kann die Kreislaufwirkung gefährlich zunehmen. Wenn zusätzlich die Serotoninwirkung entgleist, können Muskelzuckungen, Muskelsteife, Überhitzung und Verwirrtheit auftreten. Blutdruckkrise und Serotoninsyndrom sind unterschiedliche Komplikationen; Beschwerden können sich überschneiden. [] []
Für wen relevant
Für Menschen, die Amphetamin/Speed oder amphetaminbasierte ADHS-Medikamente wie Lisdexamfetamin einnehmen und einen MAO-Hemmer anwenden oder kürzlich abgesetzt haben. Auch Moclobemid oder ein selektiver MAO-B-Hemmer wie Selegilin sind kein Freibrief. Medikamentenwechsel mit der behandelnden Praxis planen; Medikamente nicht eigenständig absetzen, um die Kombination auszuprobieren. [] [] []
Warnzeichen
  • Plötzlich sehr starke Kopfschmerzen, besonders mit Nackensteife, Übelkeit oder Erbrechen. []
  • Brustschmerz, Atemnot oder Kollaps. []
  • Überhitzung zusammen mit Verwirrtheit, ausgeprägter Unruhe, Muskelzuckungen oder Muskelsteife. []
  • Krampfanfall oder fehlende Ansprechbarkeit. []
Bei diesen Warnzeichen nach der Kombination: sofort 112. Nicht warten, bis mehrere Zeichen auftreten oder ein Blutdruckmessgerät verfügbar ist. Einzelne Symptome beweisen weder eine Blutdruckkrise noch ein Serotoninsyndrom; zu Hause lässt sich die Gefahr damit nicht sicher ausschließen. Diese Notfallentscheidung ist eine redaktionelle Ableitung aus den Arzneimittelwarnungen und den Erste-Hilfe-Empfehlungen. [] [] []
Wenn es passiert
  • Bereits kombiniert, noch ohne Warnzeichen: sofort den Giftnotruf kontaktieren. Wirkstoffe, Mengen, Einnahmezeiten und weitere Medikamente nennen; Verpackungen bereithalten. Bei Warnzeichen direkt 112. []
  • Bis zur sofortigen medizinischen Rücksprache keine weitere Dosis der beteiligten Mittel einnehmen. Keine zusätzlichen Substanzen zur Selbstbehandlung nehmen; kein Erbrechen auslösen. [] []
  • Bei der Person bleiben und Atmung sowie Ansprechbarkeit beobachten. Bewusstlos, aber normal atmend: stabile Seitenlage. Nicht ansprechbar und keine normale Atmung: 112 und sofort Wiederbelebung mit Herzdruckmassage beginnen, den Anweisungen der Leitstelle folgen. Bewusstlosen nichts zu trinken geben. [] [] []
  • Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten und nichts in den Mund stecken. Anschließend die Atmung prüfen. []

Die deutsche Elvanse-Fachinformation führt MAO-Hemmer als Gegenanzeige auf. Sie beschreibt hypertensive Krisen, schwere neurologische Reaktionen und extreme Überhitzung, teils mit tödlichem Verlauf. Tranylcypromin ist ausdrücklich mit Amphetaminen kontraindiziert. Die US-Produktinformation für Amphetaminsulfat warnt zusätzlich ausdrücklich vor Serotoninsyndrom mit MAO-Hemmern. [] [] []

MAO-Hemmer unterscheiden sich nach Selektivität und Reversibilität. Moclobemid hemmt überwiegend MAO-A reversibel; seine Produktinformation warnt vor verstärkten oder verlängerten Sympathomimetika-Wirkungen. Bei Selegilin sind Sympathomimetika trotz MAO-B-Selektivität kontraindiziert. Daraus folgt keine sichere Ausnahme für dieses Paar. [] []

Elvanse ist auch innerhalb von 14 Tagen nach einer MAO-Hemmer-Behandlung kontraindiziert. Das beschreibt die Richtung MAOI vor Amphetamin. Es ist kein allgemeiner Wechselplan für beide Richtungen und keine Sicherheitszusage nach Ablauf dieser Zeit. Die Umstellung muss anhand beider Präparate ärztlich geplant werden. []

Die Einstufung „gesichert“ bezeichnet hier die belegte klinische Warnung und Gegenanzeige, kein standardisiertes Evidenzniveau. Die Quellen liefern keine verlässliche Häufigkeit für das konkrete Paar, keine sichere Kombinationsdosis und keine quantitative Risikoschätzung für unbekannte Straßenprodukte.

Quellen

Legende

Risikostufen
  • Synergie / Potenzierung
  • Niedriges Zusatzrisiko
  • Reduzierte Effekte
  • Vorsicht (mittleres Risiko)
  • Hohes Risiko
  • Gefährlich
  • Unbekannt / unzureichend untersucht
Marker
  • SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
  • KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
  • Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
  • AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.
Diese Inhalte dienen Informationszwecken. Individuelle Reaktionen können variieren. Kein Ersatz für medizinische Beratung.