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Interaktion Details

Alcohol + Cocaine
Hohes RisikoKardiovaskulaer
Evidenz: gesichert
Kokain und Alkohol nicht kombinieren. In der Leber entsteht aus beiden der zusätzliche Wirkstoff Cocaethylen, und der Kokainspiegel steigt. In kontrollierten Humanstudien stiegen Puls und Herzarbeit stärker als mit Kokain allein. [,,]
Was passiert
Alkohol bremst den Abbau von Kokain in der Leber, dadurch steigt der Kokainspiegel im Blut. Gleichzeitig entsteht Cocaethylen, ein Stoff mit kokainähnlicher Wirkung, der länger im Körper bleibt. [,] Beides verstärkt und verlängert die Wirkung auf Herz und Kreislauf. Der Herzmuskel braucht mehr Sauerstoff, das belastet besonders Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen. [,] Kokain nimmt das Gefühl der Müdigkeit vom Alkohol, die Trunkenheit selbst wird aber kaum geringer. [] Die stärkere Euphorie verleitet dazu, mehr von beidem zu konsumieren. []
Für wen relevant
Betrifft alle, die beim Ausgehen Kokain und Alkohol zusammen nehmen, das ist eine der häufigsten Mischungen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Bluthochdruck, Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörungen. []
Warnzeichen
  • Brustschmerz, Druck oder Engegefühl in der Brust, auch Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken. []
  • Herzrasen, Herzstolpern oder Ohnmachtsgefühl. [,]
  • Atemnot oder kalter Schweiß.
  • Plötzlicher heftiger Kopfschmerz, Lähmung oder Sprachstörung.
  • Krampfanfall.
  • Starke Unruhe, Verwirrtheit oder Aggression.
Brustschmerz nach Kokain mit Alkohol immer ernst nehmen und nicht abwarten, auch bei jungen Menschen. Weil Cocaethylen länger wirkt, können Beschwerden noch Stunden nach dem letzten Konsum auftreten. []
Wenn es passiert
  • Bei Brustschmerz, Atemnot, Krampfanfall, starker Verwirrtheit oder wenn die Person kaum noch weckbar ist, sofort 112 rufen. Alle Substanzen ehrlich nennen. Bei Unsicherheit berät der Giftnotruf. []
  • Nichts nachlegen, weder Alkohol noch das Stimulans. Keine Selbstbehandlung mit weiteren Substanzen, auch nichts zum Runterkommen. []
  • Bei der Person bleiben, ruhig hinsetzen oder hinlegen lassen, Anstrengung beenden, enge Kleidung lockern.
  • Bewusstlos, aber normale Atmung: stabile Seitenlage, damit Erbrochenes abfließen kann. Keine normale Atmung: sofort Herzdruckmassage und den Anweisungen der Leitstelle folgen. [,]
  • Bei einem Krampfanfall vor Verletzungen schützen, nicht festhalten, nichts in den Mund stecken. []
  • Dem Rettungsdienst sagen, dass Kokain im Spiel war. Das ist für die Behandlung von Brustschmerz wichtig. []

Hauptgefahren sind akute Herzbelastung mit Brustschmerz bis zum Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen und längere, stärkere Kokainwirkung durch höhere Kokainspiegel und Cocaethylen. [,]

In zwei randomisierten, doppelblinden Studien mit 9 und 8 gesunden Freiwilligen führte die Kombination zu höheren Kokain- und Norkokainspiegeln, zur Bildung von Cocaethylen, zu stärkerem Pulsanstieg und höherem Produkt aus Puls und Blutdruck, also mehr Sauerstoffbedarf des Herzens. [,]

Camí et al. schätzen, dass vor allem der höhere Kokainspiegel die Kreislaufwirkung erklärt und Cocaethylen additiv beiträgt, mit längerer Halbwertszeit. []

In einer Kohorte mit 649 Personen war Cocaethylen im Blut mit etwa 3,2-fach höherer Chance einer Leberfibrose verbunden, stärker als Kokain oder Alkohol allein. []

Evidenz-Einordnung: gesichert. Kontrollierte Humanstudien zeigen die pharmakokinetische und kardiovaskuläre Wechselwirkung direkt, auch wenn die Studien klein sind und keine harten Endpunkte messen.

Redaktionelle, KI-gestützte Recherche vom 03.10.2026. Studien über PubMed-Metadaten geprüft. Nicht im Original geöffnete Fachinformationen und Behördenberichte sind nicht als Beleg aufgeführt. Keine vollständige systematische Übersicht und keine menschliche fachliche Freigabe. Die Konfidenz beschreibt die Belastbarkeit der Einordnung, nicht eine individuelle Schadenswahrscheinlichkeit.

Quellen

Legende

Risikostufen
  • Synergie / Potenzierung
  • Niedriges Zusatzrisiko
  • Reduzierte Effekte
  • Vorsicht (mittleres Risiko)
  • Hohes Risiko
  • Gefährlich
  • Unbekannt / unzureichend untersucht
Marker
  • SerotonergWirkt stark auf den Serotoninhaushalt. Kombinationen koennen ein Serotonin-Syndrom ausloesen.
  • KardiovaskulaerBelastet Herz und Kreislauf. Erhoehte Risiken fuer Blutdruck, Herzrhythmus und Gefaesssystem.
  • Serotonerg + KardioDoppelbelastung: serotonerge und kardiovaskulaere Effekte verstaerken sich gegenseitig.
  • AtemdepressivDaempft die Atmung. Kombinationen mit anderen Atemdepressiva sind potenziell toedlich.
Diese Inhalte dienen Informationszwecken. Individuelle Reaktionen können variieren. Kein Ersatz für medizinische Beratung.